Operation

Hüfte

Das Hüftgelenk (lat.: Articulatio coxae) ist nach dem Kniegelenk das zweitgrößte Gelenk des Menschen. Es wird aus dem Oberschenkelkopf (Caput femoris) und der Gelenkspfanne, die sich aus Teilen des Darmbein (Os ilium), Schambein (Os pubis) und Sitzbein (Os ischii) zusammensetzt, gebildet.
Die starken Belastungen, denen das Gelenk ausgesetzt ist, sowie die vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten erfordern eine besondere Stabilisierung: die umhüllende Gelenkkapsel sowie der zugehörige Bandapparat sind die jeweils stärksten des menschlichen Körpers.

Hüftprothetik

Die Oberflächenersatzprothese/Hüftkappenprothese ist nach ihrem Erfinder Derek McMinn auch bekannt als McMinn Prothese (oder im englischsprachigen Raum auch nach ihrem Erfindungsort: Birmingham Hip Resurfacing (BHR)). Im Gegensatz zu konventionellen Prothesen beschränkt sich dieses Implantat auf den Ersatz der Gelenkoberfläche, also des Knorpels. Die angrenzenden knöchernen Strukturen bleiben weitestgehend erhalten; der Femurkopf wird lediglich geglättet und dann mit einer metallenen Kappe überzogen. Zusätzlich wird die Gelenkpfanne mit Metall ausgekleidet.

Allgemein gilt für alle Arten von Prothesen, dass die Verbindung von knöchernen Strukturen mit künstlichen Material nur zeitlich befristet stabil ist. Im Zeitverlauf verursachen der Verschleiß des eingesetzten Materials und kontinuierlich statt findende Umstrukturierungen in der lebenden Substanz eine Lockerung der implantierten künstlichen Gelenke. In der Konsequenz bedeutet dies, dass die Notwendigkeit für einen Austausch des Implantats besteht. In vielen Fällen konventioneller Prothesen ist es jedoch so, dass die an das künstliche Gelenk angrenzenden knöchernen Strukturen so stark beschädigt oder verändert sind, dass die Langzeit-Prognosen für das nachfolgende künstliche Gelenk sehr schlecht sind. Aufgrund des besseren Erhalts der Knochenstrukturen durch die  Oberflächenersatzprothesen sind die Zukunftsaussichten bei Revisionen des künstlichen Gelenks deutlich besser als bei konventionellen Schaftprothesen. Dementsprechend ist die Oberflächenersatzprothese insbesondere für jüngere Patienten (unter 65 Jahren) ohne Osteoporose interessant. Da dieser funktionelle und anatomische Erhalt alle sensiblen Gelenkstrukturen betrifft, ist die Rekonvaleszenzzeit vergleichsweise kurz.

Voraussetzung für die Durchführung des chirurgischen Verfahrens zur Implantation der Oberflächenersatzprothese ist der Ausschluss möglicherweise vorhandener schwerwiegender Schäden der knöchernen Strukturen, welche eine derartige Implantation verhindern, mittels Röntgenaufnahmen. Aufgrund des Risikos einer Oberschenkelhalsfraktur (0.5 bis 1.5%) sind innerhalb eines post-operativen Zeitraums von zehn Wochen lediglich schonende Belastung und vorsichtige Rehabilitationsmaßnahmen (Gehstöcke, kein Training mit Gewichten und keine Übungen gegen Widerstand oder am langen Hebel) möglich.

Die totale Hüft-Endo-Prothese wird in der Regel eingesetzt, um Arthritis bedingte Schmerzen zu mindern und  schwere physische Gelenkschäden zu beheben.  Diese totale Hüftprothese besteht aus drei Komponenten: einer Polyethylen-Schale als Ersatz für die Gelenkpfanne, einer Metall- oder Keramik-Kugel, die den Femurkopf ersetzt, und einem etwa 15cm langen Metallschaft, der an dem Stiel des Oberschenkelknochens befestigt wird, um der Prothese die notwendige Stabilität zu verleihen.

Nach der Freilegung des Hüftgelenks werden bei dem chirurgischen Eingriff zunächst sowohl der Femurkopf als auch der Knorpel der Gelenkpfanne entfernt. Anschließend werden die Komponenten der Prothese an den verbleibenden natürlichen Knochenstrukturen befestigt. Diese werden dann durch Schrauben fixiert; teilweise wird die Fixierung zusätzlich durch speziellen Zement unterstützt. Abschließend werden die Muskeln und Sehnen an ihren ursprünglichen Platz zurückverlegt und der chirurgische Schnitt wird verschlossen.

Die in der Rheintor Klinik verwendeten Femurköpfe weisen einen besonders großen Durchmesser auf, weil Erfahrungen belegen, dass dies post-operativ zu einer Steigerung der Mobilität des Patienten beiträgt.

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